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Juli 2020

Clean

Auch Clean Eating hat seine Grenzen

Ich war schon immer ein guter Esser und vor allem meine Großeltern haben das auch gut befeuert. Der Satz „Das ist alles Babyspeck, das verwächst sich“ hörte ich noch bis ins Teenageralter. Als Kind konnte man immer rechtzeitig sehen, wann ich mal wieder einen Wachstumsschub bekam: Ich ging erst in die Breite und dann in die Höhe. Irgendwann blieb der Schuss nach oben allerdings aus. Ich war nie schlimm übergewichtig, aber es war definitiv deutlich zu viel. Ich erinnere mich an Übernachtungen bei meiner Oma: Start mit Raclette am Abend und dann auf die Couch mit jeweils einer Schale

  • Lakritz
  • Weingummi
  • Schokolade
  • Chips
  • Flips
  • Erdnüssen

Das war vor dem Schlafengehen weg. Und wenn nicht, war ich das morgens nach dem Aufstehen und noch vor dem Frühstück dran.

Der permanente Kampf mit dem Gewicht

Kurzum: Mein Alltag war durchaus sehr geprägt von Gedanken rund ums Gewicht und auch ums Essen. Ich habe viel aus Gewohnheit oder Langeweile gegessen, auch wenn ich es irgendwann durch Tracken im Griff hatte. Anders ging es nicht und auch wenn viele das Tracken verteufeln: Ich finde, jeder sollte es mal gemacht haben, um ein Gefühl für Lebensmittel, ihre Nährstoffe und ihre Nährstoffdichte zu bekommen. Zumal es nicht, wie viele Gegner behaupten, zu einer Essstörung führt. Wenn das passiert, war schon was nicht ganz knusper in der eigenen Ernährung.

Clean Eating

Zwar war ich nie die Kohlsuppen-Diät-Tante und Junkfood gab es bei mir auch selten, aber Süßkram war mein Kryptonit. Immer schon. Chips kann ich easy stehen lassen, bei Schokolade oder Weingummi verschwinden die Synapsen gerne mal zum Pausentee in die Kabine. 2013 stieß ich dann auf das Prinzip des Clean Eatings, also einer „sauberen“ Ernährung ohne Weizen, Haushaltszucker und Zusatzstoffe. Das fand ich spannend und probierte es aus. Die Anfangszeit war etwas ruckelig, denn ihr glaubt gar nicht, wo diese Stoffe überall drin sind. Beta-Carotin als Farbstoff im Käse, Zucker im Joghurt, diverse Ersatzstoffe für besseren Geschmack bei weniger Kalorien. Da hat man den Dreh aber wirklich schnell drauf und auch wenn ich damit nicht abgenommen habe: Mir tat diese Ernährung sehr gut.

Warum derzeit nicht mehr alles so clean ist

Ich habe mich in der letzten Zeit mal wieder sehr intensiv mit meiner Ernährung auseinandergesetzt und auch Gespräche mit Menschen geführt, von denen ich in diesem Bereich viel halte. Das Ergebnis: ZU clean gibt’s auch und das merke ich vor allem bei meiner Verdauung. Jap, jetzt mal Butter bei die Fische – Die war in den letzten Jahren nicht so bombig. Liegt auch mit an meiner Hashimoto-Erkrankung, aber die richtige (oder auch falsche) Ernährung hat da natürlich auch Einfluss drauf. Ich liebe Obst und Gemüse, was eigentlich gut ist. So kommen Ballaststoffe rein, die die Verdauung ankurbeln. Bei mir war das aber möglicherweise ein bisschen viel. Das merke ich, seit ich etwas weniger davon esse und ab und zu auch mal nen uncleanen Proteinriegel, Eis oder Brötchen mit einbaue. Seitdem… läuft’s prächtig. Was mir aber wichtig dabei ist: Ich verfalle nicht wieder in alte Verhaltensmuster! Früher habe ich nach dem ersten Schokoriegel schon an den zweiten gedacht. Durch die jahrelange und zu 100% konsequente cleane Ernährung habe ich mich da total umprogrammiert und kann jetzt mal ein Eis essen oder ein Stück Pizza und bin nicht direkt wieder angetriggert. Das bedeutet zudem viel mehr Genuss, denn ich weiß diese Lebensmittel auch ganz anders zu schätzen.

Ich hoffe, ihr könnt für euch mitnehmen, dass es kein richtig oder falsch gibt und vor allem jeder für sich den richtigen Weg finden muss. Ich für meinen Teil denke, dass ich da gerade genau in die, für mich persönlich, richtige Richtung marschiere – und das mit ganz großen Schritten.

Fit

Warum Kohlenhydrate rocken und du nicht auf gängige Empfehlungen hören solltest

Beste Kohlenhydrate: Obst

Dass Kohlenhydrate nach 18 Uhr nicht dick machen, solltet ihr ja langsam wissen. Oder kennt ihr auch nur eine Kartoffel, die weiß, wie spät es ist? Eben, ich auch nicht. Und wenn wir mal ehrlich sind, finden wir alle Carbs einfach nur geil. Anders würde sich der Gesamtkonsum an Süßigkeiten, Pizza sowie sämtlicher Brot- und Backwaren wohl kaum erklären. Und auch wenn das auf mich nicht zutrifft: Ich liebe Obst und Gemüse, Haferflocken, Reisflocken, Maiswaffeln, Reis oder Kartoffeln. Alles Kohlenhydrate in ihrer reinsten Form. Und gesund, auch nach 18 Uhr.

Was sind Kohlenhydrate?

Zunächst einmal sind Kohlenhydrate einer von drei Makronährstoffen (die anderen beiden sind Proteine und Fette) und vereinfacht gesagt Energielieferanten. Sie geben uns die nötige Power für unser Gehirn und fürs Training und machen uns leistungsfähig. Diejenigen unter uns, die sich schon mal in Low Carb ausprobiert haben, wissen, dass die Energie mitunter eher mittelmäßig ist, wenn man die Carbs in der Ernährung einschränkt. Und das bringt uns auch schon zur nächsten Frage:

Warum sind Kohlenhydrate geil?

Weil sie gut schmecken, uns richtig Dampf auf den Kessel geben und nicht so böse sind, wie von vielen behauptet. Ich sehe da die Low Carb Jünger schon aufschreien! Wie toll sie doch mit Low Carb abgenommen haben und dass Kohlenhydrate das böse Insulin fördern. Was übrigens nur teilweise böse ist! Wenn man sich mit Ernährung und Fitness mal genauer beschäftigt, wird man sehen, dass Insulin für uns Athleten sogar ziemlich genial und gewollt sein kann – aber dazu mehr in einem anderen Beitrag). Fakt ist: Carbs binden Glykogen in den Muskeln (was sie nebenbei praller aussehen lässt, aber das nur mal so am Rande) und Glykogen bindet Wasser. Streichen wir also die Kohlenhydrate, wird weniger Glykogen, also auch weniger Wasser eingespeichert, das Gewicht auf der Waage sinkt. Wow, toll. Ihr habt maßgeblich Wasser verloren und kein Fett. Bravo. Aber als Motivation kann es natürlich sinnig sein, das will ich gar nicht abstreiten. Für mich ist es allerdings nicht die richtige Form, wie ich lernen musste. Und hier kann ich nur jedem empfehlen: Probiert alles selbst an euch aus und folgt nicht immer stupide den Ratschlägen vermeintlicher Experten.

Warum Low Carb für mich nicht funktioniert

Auch ich dachte lange, dass eine Diät zwangsläufig bedeutet, die Carbs zu streichen. Gesagt, getan, gelitten. Die Folge: Ich war schlapp, hatte keinen Elan fürs Training, war die ganze Zeit darauf bedacht, mir Lebensmittel zu verbieten und zu allem Übel tat sich auf der Waage mal so gar nichts. Meine Trainingspartnerin riet mir also, einfach mal den Kopf auszuschalten und in mich reinzuhören, jeder würde anders auf Proteine, Fette und eben Kohlenhydrate reagieren. Eigentlich ganz logisch, immerhin sind wir alle höchst individuell, warum sollte das da also nicht auch so sein? Also habe ich den Anteil an Carbs erhöht und siehe da: Gewichtsdrop auf der Waage (weil mein Körper nicht mehr so gestresst war und das durch den offenbar viel zu hohen Cortisolwert eingelagerte Wasser endlich losließ), eine deutlich bessere Form und natürlich eine geile Performance im Training. Und wer härter und besser trainieren kann, baut auch besser auf!

Mein Apell also an euch: Low Carb kann funktionieren, Beispiele gibt es dafür genug. Aber nur, weil es für andere funktioniert, muss das nicht auch für euch gelten. Habt den Mut, es an euch auszuprobieren und hört auf euren Körper. Der ist ganz schön pfiffig und zeigt euch schon sehr deutlich, was funktioniert und was nicht.

Fit Happy

Was sich in den letzten 6 Monaten verändert hat

Wow, knapp sechs Monate ist der letzte Beitrag hier schon her und man sieht: Der Blog macht mir Spaß, aber bei den vielen anderen Dingen, die mich im Alltag auf Trab halten (Vollzeitjob, eigene Agentur, Freund, Familie und Sport), bleibt dann eben nicht immer so die Zeit zum Schreiben. Oder die Muße. Erste Erkenntnis für 2020: Ich bin kein Blogger. Womit ich übrigens wieder gegen den Strom schwimme, aber das hatten wir ja schon mal.

Ich könnte jetzt behaupten, dass ich gewillt bin, das zu ändern, aber machen wir uns nix vor: Ich schreibe, wenn ich Lust und Zeit habe und lasse es, wenn die Motivation grad für andere coole Dinge in meinem Leben kickt #sorrynotsorry

Ein halbes Jahr mit viel Dynamik

Seit Januar ist bei mir eine ganze Menge passiert. Zunächst mal bin ich raus aus dem Coaching, nach insgesamt gut neun Monaten. Warum, werde ich gerne noch mal in einem eigenen Beitrag erklären. Ich sag’s aber gleich: Für Sensationslustige wird das nicht sonderlich spannend, denn es hat nicht geknallt oder ist komplett schief gelaufen – es hat einfach, aus verschiedenen Gründen, für mich keinen Sinn mehr gemacht. Ich habe sehr viel gelernt und möchte die Zeit nicht missen, aber irgendwann habe ich diese Entscheidung für mich getroffen.

Corona hat alles auf Links gedreht

Kurz, nachdem ich das Coaching beendet hatte, hat uns Corona volles Rohr erwischt. Dass sich das Ganze so krass auf uns und unseren Alltag auswirken würde, hatten wir sicher alle nicht auf dem Schirm. Was gerade uns Fitnessbegeisterte getroffen hat, war die Schließung der Fitnessstudios. Das war für viele das Signal für Netflix’n’chill und Junk Food. Ich kann nicht mehr zählen, wie viele mir derzeit mit dem Spruch „Die Corona-Kilos müssen weg“ kommen. Und Freunde, ganz ehrlich? Das kann ich nicht mehr hören. Ja, die Studios hatten zu, aber was genau sprach in der Zeit gegen die gesunde Ernährung und Bewegung im Alltag? Anders als beispielsweise Spanien hatten wir keine Ausgangssperre, Spaziergänge, joggen, radfahren… War alles möglich!

Ein Athlet ohne Bühnenambitionen

In der Zeit gab es für mich keine Ausreden, ganz im Gegenteil. Ich nehme sowas als Herausforderung gerne an und muss sagen, dass ich mich in dieser Zeit noch mal besser kennengelernt habe. Ich fühle mich als Athletin, auch wenn ich nie auf der Bühne war und das auch nicht anstrebe. Aber die Einstellung, de passt. Also habe ich mich in der Garage mit einem Homegym eingerichtet und mit ein paar Bändern, Kurzhanteln und einer mit gerade mal knapp 40kg beladenen Langhantel gemacht, was ging. Außerdem war ich viel spazieren und gesunde Ernährung ist bei mir eh immer am Start. Es geht eben alles, wenn man will. Die Konsequenz: Nicht ein Gramm Fett zugenommen und keine Muskelmasse verloren. Keine Corona-Kilos, seltsam #ironiemodusan

Was mich die Zeit gelehrt hat

Man kann ja von Bändern halten, was man will, aber seit die Gyms wieder auf haben, trainiere ich anders. Härter. Intensiver. Mit einer deutlich besseren Mind-Muscle-Connection. Ich esse anders, denn den Strandbody brauche ich dieses Jahr nicht mehr also will ich weiter wachsen und Gainz machen. Mein Mindset hat sich geändert, denn ich gehe viel entspannter an alles ran. In der Ernährung wird nicht mehr streng limitiert, sondern ab und zu gegönnt, ohne dabei zu eskalieren. Denn das kann ich mittlerweile: Genuss MIT Maß und OHNE Reue. Bis vor ein paar Monaten undenkbar. Und die Moral von der Geschicht: Die Zeit war durchaus schwierig, schadet aber irgendwie auch